Magdalena „Maggy“

Elektronikerin für Automatisierungstechnik
Magdalena „Maggy“
Späte Entscheidung – aber genau richtig!

Magdalena – von allen „Maggy“ genannt – steht mit 27 Jahren kurz vor dem Abschluss Ihrer Ausbildung zur Elektronikerin für Automatisierungstechnik. Vor ihr liegen gute, realistische und sichere Zukunftsaussichten. Das war nicht immer so. Sie erzählt von 2 Studienabbrüchen, Zukunftsängsten und der Schwere von Entscheidungen.

Die Informatikstudentin

Nach einem guten Abitur versuchte sie es zunächst mit dem Studium der Informatik und stellte nach zwei Semestern fest, dass ihr der Bezug zur Praxis fehlt. Sie liebt das Programmieren und die digitale Welt sehr, so dass sie es in einem zweiten Studium mit der Bioinformatik versucht, das einen besseren Zugang zur Praxis verspricht. Sie hält diesmal fünf Semester durch, aber die Höhere Mathematik ist ein großes Problem.

Die Chemielaborantin

Kurz vor Beginn des sechsten Semesters stellte sie sich die entscheidende Frage: Ist es realistisch das Studium erfolgreich zu beenden? Es stellen sich Zukunftsängste ein. Sie weiß, eine gesicherte Zukunft ist sehr wichtig. Sie möchte später einen Job haben, von dem sie leben kann und der ihr Spaß macht, der eine Familienplanung zulässt und trotzdem Entfaltungsmöglichkeiten hat. Etwas Anderes kann sie sich nicht vorstellen. Sie entscheidet sich dafür, das Studium abzubrechen und Chemielaborantin zu werden. Nach einigen erfolglosen Bewerbungsversuchen sieht sie keine Chance für sich in diesem Beruf.

Die Studienabbrecherin

Und die Zeit läuft. Maggy ist mittlerweile 25. Sie möchte endlich ankommen. Aus Verzweiflung, wie sie selbst sagt, bewirbt sie sich auf den „Allroundjob“ Mechatronikerin – auch im ABB Ausbildungszentrum Berlin. Sie wird sofort zum Einstellungstest eingeladen, vor dem sie Panik hat. Aber der Test läuft gut. Maggy besitzt ein gutes Allgemeinwissen, ihre mathematischen und physikalischen Kenntnisse sind bestens und die deutsche Sprache beherrscht sie perfekt, obwohl der leichte polnische und sehr charmante Akzent, den sie aufgrund ihrer polnischen Eltern besitzt, beim Sprechen nicht zu überhören ist. Nach dem Test entspannt sie sich draußen vor der Tür. Sie lernt den Geschäftsführer des Ausbildungszentrums kennen. Er begrüßt sie mit den Worten: „Ah, die Studienabbrecherin!“ und sie denkt: „War es das jetzt schon?“ Sie fühlt sich als Versagerin und empfindet Scham, glaubt, dass das anschließende Bewerbungsgespräch schlecht laufen wird.

Doch zunächst genießt sie den Rundgang durch die Lehrwerkstatt, nimmt die offene, freundliche Atmosphäre war, besichtigt den Metall- und Elektrobereich und erfährt erstmalig von dem Beruf der Elektronikerin für Automatisierungstechnik. Genau meine Welt, denkt sie. Das folgende Gespräch verläuft optimal für sie. Das Testergebnis ist hervorragend, sie bekommt eine Zusage und kann schon bald die Ausbildung beginnen. Ein Hochgefühl stellt sich ein. Sie hadert nicht mehr mit ihrer Entscheidung, das Studium abzubrechen. Sie freut sich auf die vor ihr liegende Ausbildungszeit zur Elektronikerin.

Die Mechatronikerin

Heute sind 3 Jahre vergangen. Weil Maggy Abitur hat und in ihrer Ausbildung sowohl in der Berufsschule als auch in der Berufspraxis durchgängig gute Leistungen zeigt, kann sie die Ausbildungszeit um ein halbes Jahr verkürzen. Aber es kommt noch besser. Sie erlebt jeden Tag die die gute Stimmung im Ausbildungszentrum, wie sowohl die Ausbilder und Ausbilderinnen als auch die Auszubildenden hilfsbereit und zugewandt agieren, sie hat davon profitiert in ihrer eigenen Ausbildung und erkennt diese schöne Atmosphäre als eine gute spätere Arbeitsatmosphäre für sich selbst. Maggy beschließt, selbst Ausbilderin zu werden. Aber vorher möchte sie alle Abschlussprüfungen mit mindestens der Note 2 bestehen. Wichtig ist nur die richtige Motivation, findet sie.

Die Ausbilderin

Maggys Weichen für eine erfolgreiche berufliche Zukunft sind gestellt. Sie selbst hat dafür gesorgt. Im Nachhinein betrachtet zieht sie das Fazit, dass ihre beste Entscheidung der Studienabbruch war. Aus heutiger Sicht kam er etwas zu spät, denn sie sieht auch die verlorenen Jahre. Doch weiß sie, dass eine solche Entscheidung auch reifen muss. „Man ist in einem Kokon aus Pflichtgefühl und hohen Ansprüchen an sich selbst gefangen, bevor man eine solche Entscheidung fällt und Mut aufbringt für Neues.“ Maggy hat sich für eine Ausbildung im ABB Ausbildungszentrum Berlin entschieden und diese Entscheidung nicht ein einziges Mal bereut. Bald wird sie selbst Auszubildende unterstützen. Und ganz sicher wird sie ihnen auch ihre Mut machende Geschichte erzählen.

Das Gespräch mit Magdalena (Maggy) führte Silke Ewe am 9. Februar 2018.