Julia

Zerspanungsmechanikerin
Julia

Julia (links im Bild, mit Michelle) macht eine Ausbildung zur Zerspanungsmechanikerin. Ausbildung statt Studium? Julia hat Abitur gemacht und das bedeutet doch irgendwie, dass man studiert, oder? Aber was macht man, wenn man merkt, dass einem das praktische Arbeiten viel besser liegt als das wissenschaftliche? Julia erzählt, was sie nach dem Abitur gemacht hat und was ihr bei der Berufsorientierung wichtig war.

Hallo, mein Name ist Julia und ich bin im zweiten Ausbildungsjahr zur Zerspanungsmechanikerin. In den folgenden Zeilen möchte ich euch darüber berichten, wie ich mich für diesen Beruf entschieden habe.

Alles Begann mit einem Freiwilligen Ökologischen Jahr…

2009 habe ich im Ruhrgebiet mein Abitur gemacht und bin danach mit Sack und Pack nach Berlin gezogen, um ein FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) zu absolvieren. In der Zeit habe ich mich in vielerlei Hinsicht neu kennengelernt. In der Schulzeit habe ich beispielsweise überhaupt nicht mit einer Säge oder einer Feile umgehen können. Durch eine Renovierung eines alten S-Bahn-Wagens habe ich jedoch meine Leidenschaft für das Handwerkliche Arbeiten entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt sollte es aber nur mein Hobby bleiben.

über ein Geowissenschaftsstudium…

Nach dem FÖJ habe ich mich für ein Geowissenschaftsstudium entschieden. Schon nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass mich das Studium auf Dauer nicht glücklich machen würde. Ich habe mich mit dem dauerhaften und vielen Lernen überfordert gefühlt und wollte lieber praktisch arbeiten. In dieser Zeit war ich von mir sehr enttäuscht. Mir blieb aber nichts anderes übrig, als den Kopf aus dem Sand zu ziehen, wieder den Blick nach vorne zu wenden und mir etwas Neues zu suchen.

hin zu industriellen und handwerklichen Berufen…

Schnell habe ich mich dazu entschlossen, mir einen Ausbildungsplatz zu suchen. Das war aber leichter gesagt als getan. Ich habe mich tagelang in das Berufsinformationszentrum verkrümelt und mich von Beruf zu Beruf gehangelt. Meine persönlichen Anhaltspunkte waren, dass der Beruf handwerklich, technisch und geldbringend sein sollte und, dass ich lieber mit Jungs zusammenarbeiten wollte. Ich hasse nämlich Zickenkrieg und unterhalte mich lieber über Motorräder oder mittelalterliches Schwertfechten. Somit habe ich meine Suche auf industrielle und handwerkliche Berufe reduziert. Ein positives Bauchgefühl hatte ich bei den folgenden Berufen: Konstruktionsmechaniker*in, Werkzeugmechaniker*in, Zerspanungsmechaniker*in und Mechatroniker*in.

Meine Entscheidung fiel schließlich auf die Ausbildung zur Zerspanungsmechanikerin…

Jetzt ging das allgemeine Prozedere los. Bewerbungen schreiben, abschicken und auf Antworten warten. Letzten Endes habe ich eine Ausbildung bei G-Elit als Zerspanungsmechanikerin angenommen. Am 1. September 2011 war es dann so weit. Mein erster Tag im ABB Ausbildungszentrum Berlin gGmbH, in welchem ich das erste Jahr als Zerspanungsmechanikerin angelernt wurde. In diesem Jahr habe ich mich vollkommen auf meinem Beruf konzentrieren können. Mehrere Ausbilder haben mir das Drehen, Fräsen und technische Zeichnen gelehrt. Außerdem habe ich schon an computergesteuerten Maschinen (CNC Maschinen) arbeiten können. Nach dem ABB-Einführungsjahr bin ich in meine eigentliche Firma gekommen und wurde dort direkt in die Produktion aufgenommen. Durch die erlernten Fähigkeiten konnte ich mich gut in mein Team einfügen. Bis jetzt klingt alles ziemlich perfekt, aber natürlich gibt es auch mal Tage, an denen man nicht um fünf Uhr morgens aufstehen möchte. Das ist zwar früh, aber dafür habe ich an den Nachmittagen Freizeit.