Franeka

Mechatronikerin
Franeka

Hallo, ich heiße Franeka und bin 18 Jahre alt.

Im September diesen Jahres (2018) habe ich meine Ausbildung zur Mechatronikerin begonnen.

Ausbildung trotz Abitur

Vor meiner Ausbildung habe ich mein Abitur am Berliner Heinrich-Hertz-Gymnasium abgelegt, einer Schule, die einen speziellen Fokus auf Mathematik und Naturwissenschaften legt. Allerdings schien danach, wie so oft heutzutage, ein Abitur grundsätzlich eine Art Zwang zum Studium zu sein, besonders, wenn man zusätzlich auch noch mit sehr guten Noten aus der Schule spaziert kam… Daher stieß ich zum Teil auf einiges Unverständnis, dass ich nun „nur“ eine Ausbildung beginnen wollte. Das war aber eigentlich nur ein Grund mehr, zu meiner Entscheidung zu stehen 🙂

Meine Entscheidung

Nach zwölf Jahren Schule, hatte ich wie viele meiner Freunde eigentlich noch keine richtige Idee, was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Ich kannte meine wesentlichen Interessen, aber das Gefühl sich plötzlich entscheiden und festlegen zu müssen, erschien mir doch irgendwie bedrückend und einengend. So beschloss ich, auf jeden Fall erst einmal etwas anderes als ein Studium zu beginnen. Dass es dann eine technische Ausbildung wurde, lag vor allem daran, dass ich zuvor noch nie in größerem Maße praktisch arbeiten konnte, aber großes Interesse und Neugierde dafür hatte und der Meinung bin, dass all die Dinge, die man in einer technischen, handwerklichen  Ausbildung lernen kann sicherlich für mein späteres Leben hilfreich sein können (egal in welchem Bereich, Job,… man sich dann wieder findet).

Die Mechatronik bot sich mir hier an, da sie eben drei verschiedene Bereiche (Mechanik, Elektronik und Informatik) miteinander verbindet und diese Vielseitigkeit für mich besonders spannend erscheint. Außerdem ist diese Entscheidung ja nur eine erste auf meinem Bildungs- und Arbeitsweg und ich kann genauso gut auch nach dem Ende meiner Ausbildung studieren gehen, je nachdem, wo meine Interessen dann liegen. Mit meinen bisherigen Erfahrungen und Erwartungen kann ich aber sicher sagen, dass die drei Jahre, die ich bis zu meinem Abschluss benötige werden, auf keinen Fall verschwendet oder ein falscher Weg sein werden. Meine bisherige Zeit in meinem Betrieb (KONE) und auch im ABB Ausbildungszentrum Berlin gGmbH hat mir großen Spaß gemacht und ich konnte schon jetzt unglaublich viel lernen – und selbst wenn ich danach vielleicht auch etwas ganz anderes studieren sollte, bereuen werde ich meine Entscheidung nicht, denn auch ein kleiner Umweg muss nichts Schlechtes sein. Dazu gibt es bestimmt auch viele verschiedene Ansichten, aber ich habe mir eben meine eigene Meinung hierbei gebildet und stehe auch voll dahinter. Von meiner Familie bekomme ich zum Glück volle Unterstützung und auch meine Freunde sagten mir nach zunächst vielleicht bestehender Verwirrung, dass die Ausbildung eine super Entscheidung sei und ich mich glücklich schätzen könne, schon einen Plan zu haben, was ich machen möchte.

Also mein Apell an eigentlich alle da draußen, egal ob Mädchen oder Junge, bereits in der Ausbildung, noch davor oder auch schon fertig: Bildung ist ein unglaublich hohes Gut, dass euch keiner so schnell nehmen kann. Egal auf welcher Ebene oder dem Grad der Ausbildung, Praxis genauso wie Theorie (was jedem mehr liegt und Spaß macht). Solange man noch Zeit, die Möglichkeiten und die Lust zu lernen hat, sollte man das nutzen, möglichst vielseitig seine Interessen ausweiten, sein eigenes Ding durchziehen und sich nicht zu viel von anderen oder gesellschaftlichen Normen beeinflussen lassen.

Als Mädchen im Männerberuf

Dabei speziell an Mädchen mit Interesse an Technik: Es ist etwas Tolles seine Interessen zu kennen, baut darauf auf! Mögliche Ängste sich als Mädchen in einem „Männerberuf“ nicht behaupten zu können, kann ich absolut nicht bestätigen. Natürlich findet man hier deutlich weniger Mädchen als Jungen, aber eigentlich fällt das gar nicht auf. Außerdem kriegt man von vielen Männern sogar eher Respekt und Bewunderung entgegengebracht, dass man den Mut hat, sich in einen technischen noch immer männerdominierten Beruf zu wagen. Und wenn man glaubt sich nicht für Technik zu interessieren, sollte man dies auf keinen Fall voreilig so festlegen, sondern sich immer erst ausprobieren. Danach kann man noch problemlos sagen, dass das eben nichts für einen ist. Aber erst nach dem Ausprobieren und dann ist man trotzdem um eine wichtige Erkenntnis reicher.